Frederik Ventzke ist ein alter Hase, wenn es um digitale Medien geht. Der gelernte Mediengestalter ist Inhaber von Ventzke Media, einer Agentur für App- und Webentwicklung. Im Interview verrät er, dass gutes Onlinemarketing nicht kompliziert sein muss und worauf es dabei ankommt.

Welche Bereiche muss man als Unternehmen im Onlinemarketing auf jeden Fall berücksichtigen?
Jedes Unternehmen sollte sein Onlinemarketing auf drei Säulen stellen: Suchmaschinenoptimierung (SEO), Suchmaschinenwerbung (SEA) und Social-Media-Publishing. Vereinfacht kann man sagen, dass SEO Maschinen anspricht und SEA die Menschen.

Spielt die Unternehmensgröße eine Rolle, welche Onlinestrategien nutzbringend sind?
Erst mal sind grundsätzlich alle Bereiche des Onlinemarketings relevant. Aber je größer das Unternehmen, desto mehr Budget kann und sollte auch in das Onlinemarketing investiert werden. Mittelständler können zum Beispiel mehr Geld für die Erstellung von Video-Content einsetzen als kleine Betriebe. Damit verbessern sie ihre Reichweite in kürzester Zeit, was zur Folge hat, dass mehr Leads generiert werden können.

Wie hoch sollte der Anteil von Onlinemarketing am gesamten Marketing bei Unternehmen sein?
Es ist schwierig, hier eine pauschale Aussage zu treffen. Das hat etwas mit der Ausrichtung und der Branche des jeweiligen Unternehmens zu tun. Firmen, die rein digital arbeiten, setzen einen Großteil ihres Werbebudgets nur für das Onlinemarketing ein. Hier werden sinnvollerweise 95  % Onlinemarketing durch 5  % klassisches Marketing ergänzt. Traditionelle Unternehmen, die in anderen Branchen agieren als digitale Firmen und Start-ups, sollten ihr Marketingbudget anders aufteilen. Hier empfehle ich eine Aufteilung von 60:40, also 60  % Onlinemarketing und 40  % klassisches Marketing.

Welche Arten von Content machen auf einer Unternehmenswebsite Sinn und warum?
Um echte Mehrwerte für Nutzer zu schaffen, ist ein Blog ein tolles Hilfsmittel. Jedoch kommt es dabei sehr auf die Qualität des Inhalts an. Selbst verfasste Artikel zu originellen Themen, regelmäßige Veröffentlichungen und vor allem die passende Textlänge sind hier das A und O. Wenn wir zum Beispiel einen Blogartikel publizieren, dann schreiben wir mindestens 1500  –  2000 Wörter und investieren viel Zeit in die Ausarbeitung des Texts. Was außerdem für gute Rankings sorgt, sind eine sinnvoll gewählte und interessante Überschrift, 1  –  3 Keywords zum Thema, interne und externe Links sowie 3  –  4 Bilder.

Wie schaffe ich es, mit Onlinemarketing die Sichtbarkeit bei Google® zu erhöhen?
Es gibt einige wesentliche Faktoren, die zum Erfolg führen können. Hierzu gehören Onpage- und Offpage-Optimierung sowie Social-Media-Marketing. Auch für Laien relativ einfach umzusetzen, ist regelmäßige Aktivität in den sozialen Netzwerken wie YouTube®, Facebook®, Instagram® und Twitter®. Mit ein bisschen Basiswissen kann man sich auch an seine Onpage-Optimierung wagen und prüfen, ob zum Beispiel alle HTML-Tags, Verlinkungen und die Seitenstruktur korrekt sind. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass in den letzten 2  –  3 Jahren Themen wie Usability, Absprungraten und  –  vor allem mit Blick auf die mobile Nutzung  –  die Ladegeschwindigkeit von Websites immer wichtiger geworden sind.

Welchen Stellenwert würdest du Videos im Onlinemarketing im Vergleich zu Texten und Bildern geben?
Videos haben einen sehr hohen Stellenwert. Das heißt im Umkehrschluss, mit guten Videos lassen sich die Ziele des Onlinemarketings im Vergleich zu Text und Bild deutlich schneller erreichen. Demgegenüber steht jedoch, dass die Erstellung aufwendiger und zeitintensiver ist, zumindest wenn man sich selbst darum kümmert. Grundsätzlich empfehlen wir unseren Kunden immer einen ausgewogenen Mix aus Bild-, Text- und Video-Content.

Welche Vorteile bietet YouTube® als Plattform für Unternehmensfilme und wie hostet man sie dort richtig?
YouTube® ist tatsächlich eine einfache und sehr zielführende Maßnahme, um Unternehmensvideos aller Art zu publizieren. Neben den Community-Vorteilen bietet die Plattform vor allem auf technischer Seite Vorzüge. Denn es sind fast keine Vorkenntnisse notwendig, um einen Videokanal zu erstellen und dort Videos hochzuladen. Im Vergleich zum Publizieren auf einer klassischen Website ist das wirklich simpel. Außerdem können mit einfachen Maßnahmen und Strategien viele Klicks in einem kurzen Zeitraum erzeugt werden. Neben regelmäßigen Uploads und der Optimierung von Videotiteln und Beschreibungen kommt es nicht zuletzt auf guten Content an. Corporate-Themen sollten zum Beispiel nicht immer nur nüchtern präsentiert werden, sondern vertragen auch mal eine gute Portion Humor. Letztlich ist der richtige Inhalt aber davon abhängig, welche Zielgruppe man genau ansprechen möchte.

Wann und woran kann ein Unternehmen erkennen, dass seine Videos Erfolg haben?
Der Erfolg von Videos lässt sich mit einfachen Methoden feststellen. Man kann die Klicks über Tools wie Google Analytics auswerten oder auch die Anzahl und Qualität der Views über YouTube® messen. Letztendlich gibt aber natürlich das Erreichen der gesetzten Ziele unmittelbar Auskunft darüber, ob eine Videoaktion erfolgreich verlaufen ist, zum Beispiel anhand von Bewerbungen auf offene Stellen, neuen Abonnenten der Social-Media-Kanäle oder neuen Leads im Allgemeinen.

Hier erklären wir, wie ein YouTube®-Kanal die Website verbessern kann …