Häufig werden wir gefragt, was denn so eine Filmproduktion kostet. – Klar, man muss ja wissen, auf was man sich einlässt. Warum es darauf aber keine pauschale Antwort geben kann und wie Sie als Auftraggeber am besten vorgehen, verraten wir Ihnen in diesem kurzen Artikel.

Zunächst einmal gibt der Preis allein wenig Auskunft über das Ergebnis. Bei der Kalkulation eines Filmprojekts spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle. Die Angebote zweier Produktionsfirmen für den gleichen Film können erheblich voneinander abweichen. Das macht es natürlich schwierig, verschiedene Anbieter und Angebote zu vergleichen. Damit Sie trotzdem zu vergleichbaren Angeboten kommen und wissen, worauf Sie als Auftraggeber achten sollten, haben wir Ihnen eine Checkliste zusammengestellt.

Die folgenden Punkte geben Ihnen einen Überblick über wesentliche Fragen und Vorgehensweisen im Rahmen einer Filmproduktion. Wenn Sie bei der Beantwortung der Fragen Unterstützung brauchen, beraten wir Sie gerne von Anfang an.

 

Ihre Checkliste auf einen Blick:

  • A. ANFRAGE STELLEN
    • 01. Welches Ziel wollen Sie mit Ihrem Film erreichen?
    • 02. Wen wollen Sie ansprechen und in welchem Umfeld geschieht das?
    • 03. Welche Art von Film haben Sie vor Augen?
  • B. ANBIETER VERGLEICHEN
    • 04. Überzeugen Sie die Ideen zur Umsetzung Ihres Films?
    • 05. Gibt es einen realistischen Zeitplan?
    • 06. Welche Technik kommt zum Einsatz?
    • 07. Sind konkrete Teilleistungen transparent aufgeführt?
    • 08. Welche Rolle spielt die Länge?
    • 09. Sind alle Nutzungsrechte und Lizenzen berücksichtigt?
    • 10. Müssen Sie auf die Dienstleistungen KSK-Abgaben zahlen?
    • 11. Erleben Sie den Kontakt als angenehm, zuverlässig und professionell?
  • C. INSIDERTIPP
    • 12. Was darf der Film insgesamt kosten und was genau bekommen Sie dafür?
  • FAZIT

 

A. ANFRAGE STELLEN

Ein detailliertes Briefing ermöglicht der Produktionsfirma eine erste Vorstellung von Ihrem Vorhaben und hilft ihr dabei, Ihnen passende Empfehlungen zu machen. Folgende Punkte sollten Sie dabei unbedingt berücksichtigen:

01. Zielsetzung und Zweck

Am Anfang steht immer Ihr Bedarf: Welches Ziel möchten Sie mit Ihrem Film erreichen? Wie lautet die Kernaussage? Wozu möchten Sie den Zuschauer auffordern? Aus diesen Fragen ergibt sich, was für einen Film Sie überhaupt brauchen: Imagefilm oder ein Film zur Produktvorstellung? Erklärfilm, Schulungsfilm oder ein Film für Ihr Recruitment? Je nachdem was Sie mit Ihrem Film erreichen wollen, stellen sich unterschiedliche Anforderungen, z. B. bezüglich der Länge, des Detaillierungsgrads und generell der Machart.

02. Zielgruppe und Umfeld

Wer ist Ihr Zuschauer, Ihre Zielgruppe? Sobald Sie Ihre Zielgruppe definiert haben, schließt die Frage an, wie und wo Sie diese erreichen. Welchen Anspruch hat die Zielgruppe an Sie? In welchem Umfeld sprechen Sie Ihre Zielgruppe an? Was erfordern die verschiedenen Medienkanäle? In Bezug auf die Eigenschaften, die ein Film haben muss, macht es einen großen Unterschied, ob Sie Ihren Film auf einer Messe präsentieren, ob er in Ihrem Foyer läuft oder auf YouTube®: Muss er rein visuell kurz und knackig die Botschaft transportieren? Können Sie mit einem interessierten Publikum rechnen oder muss der Film unter vielen erst einmal Aufmerksamkeit wecken und sich möglichst stark von allen anderen abheben?

03. Realfilm oder Animation

Die Entscheidung, ob es ein Realfilm, Animation oder eine Mischung aus beidem werden soll, hat starken Einfluss auf den zu kalkulierenden Aufwand. Bei Animationsfilmen liegt der Fokus auf der Illustration und der grafischen und technischen Umsetzung. Fällt die Entscheidung für Realfilm, sind Drehtage beim Kunden oder im Studio notwendig, dazu professionelle Kameratechnik und Beleuchtung, ggf. Schauspieler und Stylisten.

 

B. ANBIETER VERGLEICHEN

Einige Unternehmen holen Vergleichsangebote für dasselbe Filmprojekt ein. Das birgt gewisse Herausforderungen, denn grundsätzlich erfordert der Vergleich von Dienstleistern in der Kreativbranche viel Know-How. Im Folgenden geben wir Ihnen einige nützliche Tipps an die Hand, auf die Sie bei einem Vergleich achten sollten:

04. Kreation & Konzept

Ein gutes Konzept mit detailliertem Storyboard ist essentiell für den Erfolg Ihres Films. Es beinhaltet eine Idee, die zu Ihrem Ziel passt, sowie umfangreiche Angaben zur Umsetzung. Alle folgenden Produktionsschritte basieren darauf. Entsprechend sollten Sie darauf achten, dass dieser Teil im Angebot in angemessenem Umfang enthalten ist. Sonst ist die Gefahr groß, überrascht zu werden oder einen 0815-Film zu bekommen, der sich im schlimmsten Fall kaum von dem Ihrer Marktbegleiter unterscheidet.

05. Timing & Deadlines

Bei professionellen Filmproduktionen wird ein Zeitplan erstellt, da die einzelnen Produktionsschritte aufeinander aufbauend geplant werden müssen. Besonders enge Deadlines und eine schnelle Produktion haben ihren Preis. Sie sollten Ihre Anfrage frühzeitig stellen, sodass Sie keine Speed-Angebote nutzen müssen. Beachten Sie dabei am besten auch direkt, dass Ihnen genügend Zeit für Feedbacks und interne Abstimmungsprozesse bleibt.

06. Kameratechnik

Insbesondere bei der Kameratechnik sollten Sie sich gut informieren lassen. Es macht im Ergebnis einen deutlichen Unterschied, ob mit einer Spiegelreflexkamera (DSLR) gedreht wird oder mit einer Filmkamera. DSLR-Kameras – im Prinzip Fotoapparate, die auch filmen können – komprimieren die aufgenommenen Daten bereits im Aufnahmeprozess. Filmkameras nehmen die Daten verlustfrei (RAW) auf und bieten einen größeren Dynamikumfang, das komplette Farbspektrum und meist eine höhere Auflösung, insbesondere bei Slow-Motion-Aufnahmen.

07. Schnitt, Farben & Musik

In der Postproduktion werden die einzelnen Komponenten des Films harmonisch aufeinander abgestimmt. Die passenden Szenen werden ausgewählt, geschnitten und zusammengestellt. Farben werden optimiert (Color-Grading) und das Motion- und Sound-Design bekommt den Feinschliff: Bild- und Bewegungsabläufe, eingesprochener Text, Musik, Geräusche – alle Elemente des Films werden optimal aufeinander abgestimmt. Wie in einem Orchester geht es am Ende um die Stimmigkeit als Ganzes. Sie macht den Film wirkungsvoll und hinterlässt beim Zuschauer ein gutes Gefühl. Für Ihr Angebot heißt das, dass diese Leistungen transparent aufgeführt sein sollten, damit Sie sie vergleichen können.

08. Länge des Films

Manche Produktionsfirmen bieten Minutenpakete an. Das ist in vielen Fällen ein Indiz dafür, dass Sie einen Film „von der Stange“ bekommen, der wahrscheinlich weder Ihre Erwartungen noch Ihr Kommunikationsziel erfüllen kann. Denn bei Filmen kommt es nicht auf die Länge an – Ihr Ziel, das Umfeld und Ihre Zielgruppe und deren Aufmerksamkeitsspanne bestimmen die Art und Länge – oder vielmehr: die Kürze Ihres Films. Die Kunst liegt darin, Ihre Botschaft mit dem passenden Film auf den Punkt zu bringen.

09. Nutzungsrechte & Lizenzen

Sind im Angebot Lizenzen für Sprecherstimmen oder Musiktitel berücksichtigt? Je nachdem wo Ihr Film zum Einsatz kommen soll, müssen gesonderte Regelungen beachtet werden, z. B. bei Werbeclips für Kino und TV. Als Kunde sollten Sie jederzeit sicher sein können, dass es sich um zeitlich und räumlich uneingeschränkte Lizenzen handelt und Sie Ihren Film so lange und in der Form nutzen können, wie Sie möchten.

10. KSK

Wenn Ihr Dienstleister freiberuflich tätig ist oder in Form einer GbR auftritt, müssen Sie auf seine Leistungen Abgaben an die Künstlersozialkasse (KSK) entrichten. Haben Sie das unbedingt im Blick, sonst kann es richtig teuer werden.

11. Beratung und persönlicher Kontakt

Von einer professionellen Produktionsfirma werden Sie schon in der Auftragsanbahnung gut beraten. Sie bekommen Antworten auf Ihre Fragen, erste Ideen und schließlich ein individuelles Angebot, das eine transparente Auflistung aller Kosten enthält. Beurteilen Sie bei Ihrer Entscheidung aber vor allem auch die Qualität der Beratung und die Erreichbarkeit eines festen Ansprechpartners. Denn Vertrauen und eine gemeinsame persönliche Ebene sind wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

 

C. INSIDERTIPP

Manchmal muss man mit vertrauten Denkmustern brechen, um Budgets für Filmprojekte effizienter zu machen. Wir haben uns im Ausland nach Alternativen umgesehen und sind fündig geworden:

12. Reverse Budgeting

Im deutschsprachigen Raum noch nicht so verbreitet, aber ausgesprochen effektiv: Reverse Budgeting. Überlegen Sie sich ein Zielbudget und bitten Sie Ihre Produktionsfirma darum, eine Zielkostenrechnung zu erstellen. Nun muss Ihr Dienstleister das Beste in die Waagschale werfen, um das Budget optimal auszufüllen. Mit dieser Maßnahme erreichen Sie maximale Vergleichbarkeit der angebotenen Leistungen. Sicher ist es hierfür hilfreich, wenn Sie sich mit marktüblichen Budgets bereits auskennen. Andererseits hängt ja Ihr verfügbares Marketingbudget nicht vom Aufwand für Ihren neuen Film ab.

 

FAZIT

Achten Sie bei der Auswahl einer Produktionsfirma vor allem auf Transparenz, gute Beratung und einen angenehmen persönlichen Kontakt, indem alle Fragen gestellt werden können und man offen miteinander spricht. Gute Vorarbeit und Abstimmungen während der gesamten Produktion sichern Ihnen ein hochwertiges Ergebnis, mit dem Sie Ihre Ziele erreichen und Ihre Zielgruppe emotional einfangen.