Simon Eymann ist Gründer der Firma kopterwork. Er und sein Team haben sich auf den Drohnenflug mit Kamera spezialisiert, um neue Perspektiven und eindrucksvolle Bilder zu schaffen. Er selbst ist der Pilot der Drohne und hat schon so einige kritische Situationen gemeistert. Welchen Herausforderungen man sich in diesem Job stellen muss und warum nicht jeder einfach so mit einer Drohne filmen sollte, verrät er uns im Interview.

 

Wie bist du überhaupt dazu gekommen, Drohnenpilot zu werden?
Während meines Studiums von Fotografie und Medien an der FH Bielefeld habe ich mir die Frage gestellt: Was kann ich, was viele andere Fotografen nicht können? Dann bin ich auf das Thema Drohnen gekommen. Ich habe mir gedacht, dass sich das durch meine langjährige Erfahrung als Modellflugpilot doch ganz gut anbieten würde, mir daraus eine USP zu erarbeiten.

Ähnelt Modellfliegen so sehr dem Drohnenflug?
Na ja, die Technik ist ähnlich. Das Fliegerische, das ist etwas vollkommen anderes. Aber man hat einfach das grundlegende Verständnis dafür und besonders dieses räumliche Denken, was man als langjähriger Modellflieger natürlich mitbringt. Das muss man jetzt nicht zwingend schon gemacht haben, um eine Drohne zu fliegen, aber es ist doch gerade zu Beginn eine sehr große Hilfe und erleichtert einiges.

Wer gehört denn noch zum Team beim Drohnenflug? Reicht es, wenn man einen guten Piloten hat?
In der Regel ist der Pilot nur ein Faktor, er steuert ja nicht die Kamera. Der Pilot fliegt nur für den Kameramann die Kamera von A nach B. Die Teamarbeit zwischen mir und meinem Kameramann macht nachher das Bild aus. Je besser das eingespielt ist, desto effektiver können Themen umgesetzt werden. Von daher muss man ganz klar sagen, dass der Pilot nur ein Teil, und der Kameramann genauso wichtig ist. Es ist kein Ein-Mann-Betrieb.

Was würde denn passieren, wenn jemand völlig Ungeübtes die Steuerung der Drohne übernehmen und einfach drauflosfliegen würde?
Das würden nicht grundsätzlich schlechte Aufnahmen werden. Heutzutage gibt es ziemlich viele Hilfen, die das Arbeiten mit der Drohne erleichtern. Aber kopterwork bleibt eben nicht nur bei den einfachen Aufnahmen, sprich, wir fliegen nicht nur über irgendwelche Dächer drüber. Wir haben uns das Ziel gesetzt, dicht dran zu sein. Dicht an Personen, dicht an Fahrzeugen, dicht an bewegten Objekten. Und da muss man einfach Fingerspitzengefühl und entsprechende Erfahrung haben, weil man sonst auch extrem hohe Risiken eingeht. Es gab so ein paar kritische Situationen, wo ich sehr dicht an etwas geflogen bin und dann der Kameramann auf einmal sagte: „Hey, das war ziemlich knapp!“ und ich selbst dachte, ich hätte noch 2 Meter Platz. Aber dann schaut man sich das Bild an und sieht, es waren vielleicht doch nur 50 cm. Und wenn man dann eine teure Kamera unter der Drohne hat, freut man sich schon, dass das gut gegangen ist.

Kannst du dich denn an einen bestimmten Flug erinnern, der für dich sehr schwierig oder besonders war?
Ja, das war Indoor in einem Lager, wo unterschiedliche Klamotten verpackt und sortiert wurden. Das war sehr spannend, weil das echt ziemlich unordentlich und chaotisch war, aber durch das Fliegen wurden es dann auf einmal wieder sehr strukturierte Bilder. Das hat uns gleichzeitig aber auch etwas an die Grenzen gebracht, weil von oben Kabel runterhingen und irgendwelche Papiertücher durch die Gegend geflogen sind. Da musste man wirklich aufpassen. Aber das war auch einfach ziemlich cool.

Gibt es denn Situationen, bei denen man auf eine Drohne absolut nicht verzichten kann?
Na ja, verzichten kann man immer auf eine Drohne, wenn man das nötige Kleingeld hat, um andere Lösungen zu finanzieren. Ich sehe die Drohne eher als Werkzeug, um den klassischen Kamera-Kran zu erweitern und neue Möglichkeiten zu schaffen. Das heißt, ich kann Situationen, wo ich noch vor 5 oder 10 Jahren einen riesigen Kran auf ein Auto gebaut hätte, mit der Drohnen viel kosteneffizienter und schlanker darstellen. Und diese Möglichkeiten machen das Ganze echt spannend.

Was muss man denn speziell beachten und über die Drohne wissen, bevor man sie für seinen Film einsetzt?
Es ist in jedem Fall wichtig, dass man die rechtliche Seite nicht vernachlässigt. Es gibt zwar Leute, die sich beim Elektronikmarkt eine Drohne kaufen und wunderbar halblegal hin und her fliegen, aber wenn etwas passiert, dann hat man ein Problem. Sowohl als Auftraggeber, aber auch als Drohnenpilot. Da ist es sinnvoll, mit einem Team zusammenzuarbeiten, das Ahnung hat und das ganze legal und sicher durchführen können. Das ist natürlich super, beim Einkauf gespart zu haben, aber wenn die Aufnahmen dann schlussendlich nicht gemacht werden können oder irgendetwas schiefgeht, kostet das Zeit und doppelt Geld. Deswegen sollte man sich da schon auf Profis verlassen.

 

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