Wir leben in einem digitalen Zeitalter; immer mehr Interaktion und Kommunikation finden im Internet statt. Die Menschen verbringen einen Großteil ihrer Zeit mit dem Surfen im Netz, sie konsumieren dort frei zugängliche Informationen, sie kaufen dort ein, sie treffen hier Entscheidungen. Das bedeutet für die Unternehmen, dass sie ihre Marketing-Aktivtäten ins Netz verlagern müssen. Oder zumindest müssen sie sich dort zusätzlich positionieren. Eine eigene Website ist mittlerweile Standard, selbst für kleinere Unternehmen. Allerdings sind die Inhalte einer solchen Website oft statisch. Es passiert nicht viel und somit gibt es auch nicht viele Gründe für (potenzielle) Kunden, dort vorbeizuschauen. Einige Unternehmen sind schon einen Schritt weiter, sie haben einen Corporate Blog, den sie mehr oder weniger regelmäßig mit neuen Inhalten bestücken. Immerhin.

Eine andere Möglichkeit, Menschen auf das eigene Angebot und die eigene Website aufmerksam zu machen, sind die Sozialen Netzwerke. In erster Linie Facebook. Hier können Unternehmen mit der Zielgruppe in direkten Kontakt treten und sie mit nützlichen Informationen versorgen, um so den eigenen Experten-Status zu festigen.

Was bislang die wenigsten Unternehmen entdeckt haben, sind die Vorteile eines eigenen YouTube-Kanals. Und das, obwohl hier enormes Potenzial leichtfertig verschenkt wird, denn Videomarketing wird mehr und mehr zu einem wichtigen Bestandteil eines erfolgreichen Marketing-Mix´. Die Vorurteile gegenüber YouTube halten sich hartnäckig: Zum Beispiel der Einwand, das sei nur was für „die Jugend“ und keine seriöse Plattform. Oder das Argument, als Unternehmen könne man über YouTube kein sinnvolles Marketing betreiben. Ein Trugschluss, wie viele Firmen beweisen, die Videomarketing bereits in ihren Marketing-Mix integriert haben.

 

Welche Inhalte kann ich als Unternehmen bei YouTube platzieren?

Es gibt verschiedene Ansätze, die Plattform zu nutzen – denn auch die Formen des Konsums sind unterschiedlich. Als Unternehmen kann man viele verschiedene Informationen platzieren. Die Nutzungsmöglichkeiten sind riesig: Für ein erfolgreiches Videomarketing denkbar sind zum Beispiel Tutorials, in denen man seine Produkte präsentiert und in hilfreichen Anleitungen die Probleme der Kunden löst. Denn nichts anderes suchen Menschen im Internet: Eine Lösung für ihr jeweiliges spezifisches Problem. So können Interessenten über das Video auf das eigene Unternehmen aufmerksam werden und haben gleich ein positives Gefühl, denn das Video hat ja schon etwas für sie getan.

Es gibt auch Unternehmen, die durch Videos Einblicke in die Arbeit oder die Produktion geben. Sie zeigen also den Alltag der Firma. Wer sich dann über ein Unternehmen informieren will, der erfährt gleich, mit wem er es zu tun hat. Außerdem bewirken solche Videos einen Vertrauenszuwachs, denn man sieht direkt, wer hinter dem Logo und dem Firmensitz oder dem Werbeversprechen steht. Es sind eben immer Menschen, die den entscheidenden Faktor ausmachen. Stichwort Authentizität.

Andere Möglichkeiten für Videomarketing sind Interviews, die nützliche Tipps an die Hand geben und wiederum den Expertenstatus stützen. Es gibt sogar Unternehmer, die sich in sogenannten Video-Tagebüchern (Vlogs) präsentieren und so eine Authentizität generieren, die sie allein mit der eigenen Website nicht herstellen können.
Zusätzlich können dann noch Imagefilme, Recruitingfilme und aktuelle Informationen und Gewinnspiele den Kanal bevölkern. Ein Mix aus vielen Elementen erhöht die Chance, von der Zielgruppe gefunden zu werden und „einen guten Eindruck zu hinterlassen“.

Als Einstieg sollte man nicht gerade das experimentellste Element auswählen. Eine solide Vorstellung der Firma ist da oftmals mehr wert als ein Film über den Arbeitsalltag des neuen Praktikanten. Beide haben ihre Daseinsberechtigung, erstere ist für den Vertrauensfaktor jedoch von größerer Bedeutung. Aber egal, wofür man sich entscheidet: Wichtig sind letztlich Authentizität und ein Mehrwert für den Kunden.

 

Videos als Ranking-Faktor

Als Teil von Google gibt es kaum eine bessere Plattform für seine Videos als YouTube. Natürlich macht es im Zweifel Sinn, seine Inhalte auch auf anderen Plattformen zu verbreiten, aber YouTube sollte man in pukto Videomarketing immer auf der Liste haben. Google möchte immer noch besonders gute und relevante Inhalte anzeigen, daher verändert der Konzern regelmäßig die Kriterien. Ein Video auf der eigenen Website zählt für Google zu den Qualitätskriterien für guten Content und somit werden Websites mit Video im Ranking belohnt.

Zusätzlich ist ein eigener Kanal auf YouTube ein eigenständiges Suchergebnis; im besten Fall kann man also mit der eigenen Website gut ranken und dann noch einmal mit dem YouTube-Kanal. Warum nicht für ein und denselben Suchbegriff gleich zweimal gefunden werden? Wenn man bedenkt, dass YouTube die zweitgrößte Suchmaschine der Welt ist, gibt es keine Gründe mehr, sich nicht mit dem Thema Videomarketing auseinanderzusetzen.

 

Anders als die Konkurrenz: Die Präsenz auf YouTube als Alleinstellungsmerkmal

Ein YouTube-Kanal wirkt zusätzlich zum bereits vorhandenen Marketing. Immerhin ist die Konkurrenz im Internet groß und nicht jeder kann mit einem Nischen-Business aufwarten. Warum also die Chance auf zusätzlichen Traffic verstreichen lassen? Bislang nutzt ein sehr geringer Anteil der Unternehmen YouTube als Marketing-Mittel. Zu groß sei der Aufwand, zu klein die Wirkung und überhaupt sind ja die Kunden nicht auf YouTube.

Bedenkt man die Größe der Plattform, so ist davon auszugehen, dass die heutigen Nutzer die Kunden von morgen sind. Sie werden mit Videos groß und werden auch in Zukunft auf Video-Tutorials zurückgreifen. Gerade auf mobilen Endgeräten ist es oft einfacher, ein Video abzuspielen, als sich umständlich durch langen Text hindurch zu scrollen. Und wenn die Konkurrenz schon mit Videos und Film wirbt, dann hat sie eventuell den entscheidenden Vorteil im Wettbewerb.

 

Wenn schon, dann richtig: SEO gilt auch für Videos

Viele Unternehmen nutzen die Möglichkeiten von YouTube nicht vollständig, denn sie fügen ihren Dateien keine Beschreibung hinzu, wählen unsinnige Dateinamen wie „video1-final“ oder setzen sich nicht mit dem Thema Keywords auseinander. Wer sich nicht auch ein bisschen mit den Themen YouTube, SEO und Videomarketing beschäftigt, der braucht sich nicht wundern, wenn der YouTube-Kanal nicht die erwünschte Wirkung erzielt. Suchbegriffe sind eben Suchbegriffe und müssen irgendwo auftauchen, um ihren Effekt zu erzielen. Daher:

  • Wählen Sie einen Dateinamen, der die wichtigsten Suchbegriffe enthält. Das wichtigste Wort sollte vorn stehen.
  • Nutzen Sie einen Video-Titel, der ebenfalls die relevanten Begriffe beinhaltet.
  • Verfassen Sie eine Beschreibung, die für den Nutzer relevante Informationen enthält. Auch hier sollten die Keywords wieder auftauchen, die Reihenfolge ist hier aber nicht so wichtig wie im Dateinamen oder im Titel.
  • Fügen Sie auch sekundäre Keywords ein.
  • Verlinken Sie zu Ihrer Website.

 

Verbreitungswege nutzen: Facebook und Co.

Die Vorteile von Videomarketing liegen aber nicht nur bei Google, sondern auch in den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Ein Video liegt nicht einfach nur bei YouTube herum und wirkt dort auf die Suchmaschinen-Ergebnisse ein, es kann zugleich auf der Website als Eyecatcher genutzt werden. Und vor Allem: Es kann im Rahmen einer Kampagne auf Facebook eingesetzt werden. Videos werden ausgesprochen gerne geteilt, wenn sie die Menschen ansprechen, wenn sie authentisch sind, wenn sie auf emotionaler Ebene wirken. Die Verbreitung über die sozialen Medien ist kostenlos und einfach, dafür aber umso effektiver. Unternehmen können Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Authentizität und Expertentum transportieren und gleichzeitig in den direkten Austausch mit dem Kunden treten. Ein Video kann und sollte daher auf möglichst vielen unterschiedlichen Verbreitungswegen genutzt werden. Lassen Sie die unzähligen Möglichkeiten nicht liegen, es lohnt sich!