Ende Februar gab es etwa Neues auf Facebook: Zu dem altbewährten „Like“ kamen neue sogenannte Reactions hinzu: Love, Haha, Wow, Sorry und Anger. Lange Zeit hatten sich Facebook-User gewünscht, Beiträge auch „disliken“ zu können. Mark Zuckerberg wollte aber nicht, dass Personen und Artikel auf seiner Plattform negativ bewertet werden können. Der Kompromiss sind jetzt die Reactions, mit denen man nicht sehr viel Schaden anrichten kann. Aber mal abgesehen von den neuen Möglichkeiten auf Facebook: Für emotionale Inhalte scheint es sich grundsätzlich so zu verhalten, dass die Klickrate (Liken wie auch Teilen) besonders hoch ist. Egal ob nun klassisch mit „Daumen hoch“ oder eben mit Herz-Symbol.

 

Nutzer lieben die Liebe: Love ist die meistgeklickt Emotion

Seit gut zwei Monaten gibt es die Reactions nun in Deutschland. Und natürlich gibt es auch schon erste Erkenntnisse (mediacom.de hat das hier gut zusammengefasst), wie diese neue Funktion von den Nutzern angenommen wird: Grundsätzlich werden die Reactions noch sehr zurückhaltend genutzt. Zu 93,7 % signalisiert weiterhin das klassische Like die Zustimmung der Facebook-Nutzer. Die restlichen 6,3 % verteilen sich auf die neuen Emoticons. Am beliebtesten dabei ist der Love-Button.

Auf der einen Seite ist das nicht sehr verwunderlich, denn das Herz ist als Teil von Postings schon lange üblich, um seine Zustimmung auszudrücken. Es wird auf anderen Social Media Plattformen ebenso genutzt, um seine Favoriten zu kennzeichnen. Auf der anderen Seite ist es eine Bestätigung dessen, was wir schon wissen: Emotionale Inhalte, die uns bewegen, werden häufiger gelikt und auch geteilt. Und das gilt auch oder besonders für Bilder und Filme.

 

 

Mehr Liebe, mehr Reichweite

Emotionale Posts haben eine 2-3-mal höhere Reichweite im Vergleich zu Posts, die fast nur Likes enthalten. Dabei haben Video- und Fotoposts den höchsten Anteil an Love-Emojis. Visuelle Inhalte können uns schneller auf einer emotionalen Ebene ansprechen. Und eben diese Eigenschaften sollten, ja müssen wir für unser Marketing nutzen. Denn, auch das sagt die Studie: Im Vergleich zu Posts, die fast nur gelikt werden, werden Love-Posts 5,5-mal häufiger geteilt. Sie haben also das Potenzial für eine außerordentlich hohe Reichweite (Fanpage Karma hat zu der Studie eine gute Infografik erstellt).

Für Journalisten galt lange Zeit als News-Wert: Das, was am Morgen auf dem Schulhof oder in der Kaffee-Ecke der Firma Thema ist, das hat den größten Nachrichtenwert. Aktuell, relevant, neu, informativ, packend. Zu Zeiten der großen Samstagabend-Shows zum Beispiel war das Montagsthema klar. Man musste es gesehen haben, man wollte mitreden können, man wollte seine Meinung dazu sagen. Diese Interaktionen finden jetzt eben online statt (und schneller, unmittelbarer), die Funktion ist aber dieselbe geblieben. ‚Bloß nichts verpassen‘ ist dabei nur die eine Motivation. Die andere ist die, seinen Freunden etwas Gutes zu empfehlen, um dann die Emotion, das Erlebnis mit ihnen zu teilen. Ein kommunikatives Bedürfnis, das am drängendsten ist, wenn Inhalte aufwühlen, überraschen oder einfach nur glücklich machen.

Nutzen Sie dieses Potenzial und schaffen Inhalte, die sowohl Nachrichtenkriterien erfüllen als auch Emotionen hervorrufen. Dann gibt es mehr Feedback, mehr Kommentare und mehr Reactions – und damit auch mehr Reichweite.

Die komplette, kostenpflichtige Studie gibt es übrigens hier